30 Jahre Technologiepark Weinberg Campus

Baugrube TGZ I

1991

Gründung der Gesellschaft und Baubeschluss
Die Gründung der TGZ Halle GmbH erfolgt mit dem Ziel, kleine und mittlere, technologie-orientierte Unternehmen zu fördern und in der Region Hilfestellung im Umgang mit neuen Technologien anzubieten. Gleichzeitig fällt der Baubeschluss zum ersten Technologie- und Gründerzentrum auf dem naturwissenschaftlichen Uni-Campus. Heute bieten neun Gebäude knapp 30.000 qm Nutzfläche.

1993

Eröffnung des ersten Technologie- und Gründerzentrums (TGZ I)
Das TGZ I als erster Bau für technologieorientierte Existenzgründer in Halle (Saale) wurde am 5. November 1993 unter der Regie von Geschäftsführer Wolfgang Lukas eröffnet und bot neben 3.800 qm Mietfläche einen umfassenden Beratungsservice. Seit dem Umbau im Jahr 2014 trägt das Gebäude den Namen „Weinberg Campus Innovation Hub“ und beherbergt unter anderem den Weinberg Campus Accelerator. Ab 2024 soll der Hub durch ein zusätzliches Gebäude erweitert werden.

TGZ I
Hans-Joachim Münch vor TGZ I

1994

ECH und SONOTEC sind am Anfang mit dabei
Bereits wenige Monate nach Eröffnung war das Gebäude voll vermietet. Unter den ersten Mietern waren so erfolgreiche, heute weltweit tätige Technologieunternehmen wie die 1992 gegründete, seit 2015 im eigenen Firmensitz im Technologiepark tätige ECH Elektrochemie Halle GmbH (Entwicklung und Produktion von Analysegeräten) oder die SONOTEC GmbH, ein Spezialist in der Ultraschallmesstechnik (im Bild Hans-Joachim Münch, SONOTEC-Mitgründer), mit heute 200 Mitarbeitern und eigenem innerstädtischen Firmensitz.

1998

Eröffnung Bio-Zentrum
Der auf das Thema der Lebenswissenschaften spezialisierte Forschungsbau beherbergt neben dem Biozentrum der MLU und weiteren universitären Forschergruppen Startups und junge Unternehmen. Auf 8.450 qm Mietfläche stehen Büros, S2- und S3-Labore, Gewächshäuser, Technik- und Kühlräume sowie Seminarräume zur Verfügung. Das als Veranstaltungsraum genutzte Atrium wurde von Vertretern der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle gestaltet.

Bio-Zentrum 1998
Prof. Dr. Rainer Rudolph

1999

Scil, Icon und Novosom werden gegründet
Unmittelbar nach Eröffnung des Bio-Zentrums erfolgte die Gründung mehrerer, für den Standort wichtiger Biotech-Unternehmen, wie der Scil Proteins GmbH auf Initiative des Proteinforschers Prof. Rainer Rudolph (im Bild), der Icon Genetics GmbH, Pionier der Pharmazeutika-Produktion mit Pflanzen, und Novosom, Entwickler der „Smarticles“ zum Transport von Wirkstoffen im menschlichen Körper.

1999

PKH bezieht eigenes Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Heilanstalt
Parallel zur Erschließung des historischen Geländes zog der entstehende Technologiepark bereits Firmen an. Als echte Pionierleistung bezog die Pharmazeutische Kontroll- und Herstellungslabor GmbH (PKH) Ende 1999 unter der Regie von Geschäftsführerin Hiltrud Neidhardt einen eigenen Firmensitz in einem modernen, mit GMP-Laborflächen ausgestatteten, Gebäude.

PKH Unternehmensgebäude
TGZ II

2000

Eröffnung Technologie- und Gründerzentrum (TGZ II)
Das auf dem Konversionsgelände gelegene und auf das Thema der anwendungsorientierten biomedizinischen Forschung spezialisierte Gebäude bietet S1- und S2-Labore, Technik- und Kühlräume sowie Büroflächen auf 2.450 qm Mietfläche. Den Eingangsbereich ziert ein Werk des Bildhauers Bernd Göbel, von 1963 bis 2008 in der Kunsthochschule tätig. 2007/20008 schuf er den Brunnen „Schlüssel zur Wissenschaft“ unmittelbar vor dem Gebäude.

2003

Gründung msu solutions GmbH – größtes IT-Unternehmen am Standort
Die erfolgreiche Unternehmensgeschichte begann vor 20 Jahren mit einem Team von sieben Mitarbeitern um Geschäftsführer Bodo Ruppach im TGZ I. 2011 bezog man auf 1.000 qm den Neubau in der Blücherstraße 24 (im Bild), dem damals siebten Gebäude des TGZ/Bio-Zentrums am Campus. Heute ist der Softwareentwickler für die Energie- und Wasserwirtschaft einer der größten Arbeitgeber am Standort.

Blücherstraße 24
Vereinssitz GMBU e. V.

2005

Erste Nutzung eines historischen Gebäudes für Forschungszwecke
Die historischen, denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt bargen besondere Herausforderungen für die Nachnutzung, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen  technologieorientierter Unternehmen. Die 1992 gegründete GMBU Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e. V., einer der ersten Mieter im TGZ, zog 2005 in eine Ende des 19. Jahrhunderts für männliche Patienten erbaute Villa.

2006

Eröffnung Technologie- und Gründerzentrum (TGZ III)
Das Gebäude ist auf Materialwissenschaften spezialisiert und ermöglicht das Zusammenwirken von Unternehmen mit universitären und außeruniversitären Forschungsgruppen. Auf 5.300 qm Mietfläche bietet es Ausstattung für die Themen Nano-Imprint-Technik und nanostrukturierte Materialien für diverse Anwendungsgebiete in Form von Reinräumen, Laboren und Büroflächen. Die Fassade zieren flächendeckend Nanostrukturen künstlerisch umgesetzt.

TGZ III
MLU-Campus Heide-Süd

2008

Abschluss des Umzugs der MLU-Naturwissenschaften auf den Weinberg Campus
Im Rahmen der räumlichen Neustrukturierung und Konzentration der naturwissenschaftlichen Bereiche der MLU bildete der 2008 abgeschlossene Umzug auf das modern erschlossene sowie teilweise neu bebaute Garnisonsgelände einen wesentlichen Meilenstein. Inzwischen studieren in den drei naturwissenschaftlichen Fakultäten sowie der Medizinischen Fakultät fast 8.000 junge Menschen und damit über ein Drittel aller Studierenden der MLU.

2004 bis 2011

Bau weiterer Mehrzweckgebäude
Unter der Regie der Geschäftsführung des TGZ entstehen vier weitere, frei finanzierte Mehrzweck- bzw. Forschungsverfügungsgebäude für Startups und junge technologieorientierte Unternehmen verschiedener Branchen vorwiegend mit Werkstätten und Büroflächen auf insgesamt mehr als 6.000 qm Mietfläche.

Mehrzweck-Gebäude in der H.-Damerow-Straße
Hans-Ulrich Demuth

2013

Gründung Arbeitsgruppe des Fraunhofer IZI
Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie aus Leipzig gründete am 1. Juli 2013 mit dem Ziel der Ergänzung des Leistungsspektrums im Bereich der molekularen Wirkstoffforschung eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Probiodrug-Gründer Prof. Hans-Ulrich Demuth (Bild). Inzwischen wurde auf dieser Basis die Außenstelle „Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung“ aufgebaut.

2014

Aus Scil Proteins werden Wacker Biotech und Navigo Proteins
2014 übernahm die Wacker Biotech GmbH, eine 100-prozentige Tochter des WACKER-Konzerns, die Scil Protein Productions GmbH inklusive des Patentportfolios, konnte damit ihr Serviceangebot auf
Basis von Protein-Refolding deutlich ausbauen. 2017 wurde dann aus der Scil Proteins GmbH, die bereits nach der Übernahme der Produktionssparte die Geschäftstätigkeit im Sinne einer Fokussierung auf nichttherapeutische Ansätze mit Hilfe der eigenen Affilin-Plattform neu ordnete, das Unternehmen Navigo Proteins.

Unternehmenssitz Scil Proteins
Unternehmenssitz Bio-Zentrum

2014

Probiodrug – Erster Börsengang im Technologiepark
1997 wurde Probiodrug mit dem Ziel, DP4-Inhibitoren zur Behandlung von Diabetes und Alzheimer zu entwickeln, gegründet. Als erstes und bisher einziges Unternehmen im Technologiepark wagte Probiodrug den Gang an die Börse, konzentriert seine Tätigkeit heute als Vivoryon Therapeutics stärker auf die präklinische und klinische Entwicklung von Produktkandidaten und ist seit 2014 an der Börse EURONEXT in Amsterdam gelistet.

2016

Gründung des Fraunhofer IMWS als eigenständiges Institut
Die bereits seit 1992 als Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik Freiburg arbeitende, international erfolgreiche Forschungseinrichtung wurde 2016 in das eigenständige
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS umgewandelt. Heute verfügt es über mehr als 350 Mitarbeitende an vier Standorten mit dem inhaltlichen Fokus Mikrostrukturdiagnostik und -design.

Fraunhofer IMWS
MLU Proteinzentrum (Maike Glöckner)

2018

Start des Proteinzentrums der Martin-Luther-Universität
Das zur MLU gehörende Forschungsgebäude und mit Mitteln von Bund und Land finanzierte Charles-Tanford-Proteinzentrum steht Arbeitsgruppen aus drei naturwissenschaftlichen Fakultäten und dem interdisziplinären ZIK HALOmem zur Verfügung, beherbergt aber auch zentrale Serviceeinrichtungen. Benannt ist es nach dem Pionier der Proteinforschung Charles Tanford, der sein wissenschaftliches Leben in den USA verbrachte, aber 1921 als Hans Tannenbaum in Halle geboren wurde.

2019

Gründung BioNTech Delivery Technologies
Seit 2019 ist der BioNTech-Konzern mit seiner Tochterfirma BioNTech Delivery Technologies am Weinberg Campus präsent. Der Mainzer RNA-Entwickler erwarb Kern-Technologien der 2011 in Halle gegründeten Lipocalyx und übernahm den Standort mit allen Mitarbeitern und Erfahrungen, welche substanziell in die Entwicklung des Corona-Impfstoffes von BioNTech einflossen. Lipocalyx hatte bereits Jahre zuvor Lösungen für den Transport von RNA-Molekülen in die Zelle gefunden.

C. Reinsch und S. Panzner
Spatenstich mRNA-Kompetenzzentrum

2022

Das Wacker-mRNA-Kompetenzzentrum – Die größte Investition im Technologiepark
Die Wacker Biotech GmbH wird ab Mitte 2024 ihre mRNA-Kompetenzen im Technologiepark bündeln, mit einem Investitionsvolumen von über 100 Mio. Euro vier neue Produktionslinien sowie 200 neue Arbeitsplätze schaffen und bis zu 80 Mio. Impfstoffdosen pro Jahr produzieren können.

2022

Grundsteinlegung für Forschungsneubau des MPI
Das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik, 1992 als erstes Max-Planck-Institut in den neuen Bundesländern gegründet, wird bis 2025 um einen Forschungsneubau, der auf 12.500 qm Labore,
Büros und einen 700 qm großen Reinraum bietet, erweitert. Gleichzeitig steigt die Zahl der Mitarbeitenden auf 300 und verdoppelt sich damit.

Grundsteinlegung MPI-Forschungsneubau